Stressmanagement

Katja Gsponer

Abstract

Stress ist in der heutigen Zeit ein sehr zentrales Thema. Viele Menschen sind durch ihre Arbeit erschöpft, überbelastet oder erleiden sogar eine Krankheit, die auf den Stress zurückzuführen ist. Stressbewältigungsmethoden kommen aufgrund dessen immer mehr zum Einsatz und sind ein viel diskutiertes Thema. Mittlerweile gibt es bereits zahlreiche Methoden, um mit Stress besser umzugehen und stressbedingten Krankheiten vorzubeugen.

Einleitung

Im interdisziplinären Wahlpflichtmodul erhielten wir den Auftrag, einen Begriff der in Verbindung mit dem behandelten Themenbereich steht, genauer zu erläutern.

Ich entschied mich für das Thema „Stressmanagement“, da ich in meinem Umfeld bemerke, dass viele Menschen Mühe haben, mit Stress gut umzugehen und daher an stressbedingten Krankheiten erkranken. In den nächsten Kapiteln werde ich genauer auf den Begriff des Stressmanagements und die dazugehörigen Bewältigungsmethoden vorstellen

Hauptteil

Gegenstand und Definition des Stressmanagements

Das Stressmanagement beschreibt Methoden, um beschwerlichen Stress zu verringern oder komplett zu bewältigen. Die Stressbewältigung ist ein Versuch mit belastenden Stressfaktoren besser umgehen zu können oder diese ganz zu umgehen.

Die Stressmanagementstrategien können dabei helfen, Stressreaktionen des Körpers zu steuern und eine Überlastung zu verhindern. (Lexikon online, ohne Datum)

Entstehung und Geschichte des Stressmanagement

Mit dem Aufkommen von Stress im letzten Jahrhundert gewannen Stressbewältigungsstrategien an grosser Bedeutung, um dem heutzutage allgegenwärtigem Stress standzuhalten.

Der Begriff des Stress wurde 1914 vom amerikanischen Physiologen Walter B. Canon in einem medizinischen Kontext benutzt, jedoch komplett unsystematisch.

Der Chemiker und Mediziner Hans Selye wird als Gründer des Stresskonzepts verstanden. Er stiess in den dreissiger Jahren, durch Experimente mit Ratten, auf das Anpassungssyndrom. Hierzu wurden die Tiere einer Dauerbelastung ausgesetzt (pausenloses Laufen in einer Tretmühle) und man konnte stereotype Reaktionen erkennen. Im schlimmsten Fall führten diese zum „Stresstod“.

Durch den Zweiten Weltkrieg wurde der Stress popuplär. Der Begriff wurde benutzt, um die Belastungen, denen die Piloten ausgesetzt waren, zu beschreiben.

Lennart Levi knüpfte daran an und integrierte den Stress in den fünfziger Jahren in die psychosomatische Medizin. Er stellte einen Zusammenhang zwischen sozial, psychisch und kulturell verursachtem Stress und den dadurch verursachten Krankheiten her.

Lennart Levi ist der Meinung, dass sich die Gesellschaft vermehrt dem Individuum anpassen sollte, da  sich dieses oft mit dem Stress alleine auseinandersetzen muss und für sich selbst Bewältigungsmethoden finden muss. (NZZ, 2012)

Theorien bzw. theoretische Erklärungen zu Stress

Folgend werden zwei Theorien dazu erläutert, wie Stress entsteht.

R. Harrison: Misfit-Modell: Nach R. Harrison entsteht Stress immer dann wenn ein Ungleichgewicht zwischen Belastungen und Ressourcen besteht. Die Fähigkeiten stimmen in diesem Falle nicht mit den Anforderungen überein (misfit). (Stressratgeber, ohne Datum)

Hans Selye: Allgemeines Adaptionssyndrom: Das Allgemeine Adaptionssyndrom wird in drei Phasen untergliedert.

Die erste Phase ist die Alarmreaktion, in der besondere Belastung wahrgenommen wird. In dieser Phase beginnt der Körper seine Kräfte für die Bewältigung des Stress zu mobilisieren, die Blutzufuhr zu den Muskeln, dem Gehirn und zum Herzen wird optimiert.

Die zweite Phase ist das Widerstandsstadium, in dem man sich an die Belastung gewöhnt oder anpasst. In dieser Phase erreicht die Mobilisierung der Adaptionskräfte ihren Höhepunkt. Wird der Organismus deutlich überbelastet, kann der Tod folgen, ansonsten tritt nun das Erschöpfungsstadium ein.

Die dritte Phase ist das Erschöpfungsstadium. In diesem Stadium ist man errmüdet oder gar überlastet. Die Kapazität der Anpassungskräfte geht in diesem Stadium verloren. Die Stressbewältigung ist nicht mehr gewährleistet. (Stressratgeber, ohne Datum)

Kontextualisierung des Stressmanagement

Beispiel aus dem Alltag

Herr Pfister ist ein sehr pflichtbewusster Bankangestellter. Er kommt nach der Arbeit nach Hause, isst mit seiner Familie das Abendessen und macht sich anschliessend wieder an die Arbeit, um alle zugestellten Aufträge zu erledigen. Herr Pfister verbringt immer seltener Zeit mit seiner Frau und seinen Kindern, auch von Freunden kapselt er sich immer mehr ab. Er bewegt sich selten und ernährt sich durch den Stress ungesund. Seine Frau macht sich grosse Sorgen und bittet ihn bei der Arbeit kürzer zu treten und etwas mehr Zeit für sich und die Familie zu nehmen.

Eines Tages, kurz nachdem sich Herr Pfister auf den Weg zur Arbeit gemacht hat, erhält Frau Pfister einen Anruf und erfährt, dass ihr Mann einen Herzinfarkt erlitt.

Es stellte sich heraus, dass der Herzinfarkt durch Herrn Pfisters stressigen Alltag und der damit verbundenen ungesunden Ernährung und dem Bewegungsmangel zusammenhängt.

Durch dieses Ereignis realisiert Herr Pfister, dass er etwas unternehmen muss und macht mit dem Arbeitsgeber einen Vertrag für ein kleineres Arbeitspensum. Er besucht einige Kurse zum Thema Ernährung und Sport und setzt die erhaltenen Ratschläge motiviert in die Realität um. Herr Pfister fühlt sich nun viel gesünder und nicht mehr erschöpft. Seine Frau freut sich ebenfalls sehr, dass ihr Mann nun mehr Zeit für sie und die Kinder hat.

Stressbewältigungsstrategien

Bei Stressbewältigungstheorien ist zwischen langfristig und kurzfristig wirksamen „Coping“-Techniken zu unterscheiden. Am besten wäre es natürlich, die Ursachen des Stress zu minimieren oder eliminieren, um langfrisitg einen besseren Umgang mit Stress zu ermöglichen. Dies ist jedoch nicht immer möglich, da Stressfaktoren von aussen (zum Beispiel Deadlines, Prüfungstermine) sich nicht einfach beseitigen lassen.

Vor allem wenn die Stressursache nicht verändert werden kann und akuter Stress entsteht, sind kurzfristige Techniken ein gutes Mittel, um eine belastende Stressituation gut zu überstehen.

Kurzfristige „Coping“- Methoden sind zum Beispiel:

Abreagieren: Bei dieser Methode wird der Frust durch körperliche Betätigung ausgelassen. Zum Beispiel kann auf ein Kissen eingeschlagen werden oder auch drei Minuten auf der Stelle gehüpft werden.

Ablenken: Beim Ablenken wird der Fokus auf eine stressfreie Aktivität gelegt, wie zum Beispiel auf Gartenarbeit oder ein Telefonat mit der Mutter.

Gedanken stoppen: Ein lautes „Stopp“- Rufen kann negative Gedanken unterbrechen. Danach kann man durch die Fokusierung auf ein sinnloses Wort (zum Beispiel „Schirama“) eine Wiederkehr des Stress verhindern, da dieses Fantasiewort nicht mit dem Inhalt der belastenden Gedanken verbunden werden kann.

Innere Distanz schaffen: Durch das Aufschreiben der belastenden Gedanken kann Distanz geschaffen werden. Die vorhandenen Ängste wirken nun handhabbarer und weniger chaotisch.

Positive Selbstinstruktion: Negative Gedanken, wie zum Beispiel „Das kann ich nicht“ sind durch Sätze wie „Das kann ich“ oder „Ich machs einfach“ auszutauschen. Durch diesen Austausch werden bisherige Erfolgserlebnisse hervorgeholt und Schwierigkeiten erscheinen einem bewältigbar.

Spontanes Entspannung-Suchen: Atemtechniken, Spaziergänge oder einfaches Zurücklehnen helfen, gegen den Stress anzukämpfen. Solche Tätigkeiten sollte man sich ohne schlechtes Gewissen gönnen.

 

Diese Techniken helfen zwar kurzfristig, aber um langfristig, etwas zu erreichen. Es muss an der Ursache gearbeitet werden. Bei der Lösung des Grundproblems handelt es sich jedoch um einen längeren Prozess, da über Jahre entwickelte Gewohnheiten verändert werden müssen.

Hierbei hilft zum Beispiel das Erlernen von Wissen über Techniken der Entspannung, des Zeitmanagements, des Selbstmanagements oder des Konfliktmanagements.

Des Weiterern kann es helfen, seine eigenen Erwartungen an das Beruf- sowie Privatleben zu überdenken und erreichbare Ziele zu setzen. (Burnout-Info, 2012)

 

Literaturverzeichnis

Stressmanagement. (o.J.). Lexikon online. Gefunden am 21. September 2016 unter http://lexikon.stangl.eu/5213/stressmanagement/

Hafner, Urs. (2012). Die Geschichte von Stress und Burnout. Gefunden am 21. September 2016 unter http://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/die-geschichte-von-stress-und-burnout-1.17710549

v. Harrison, R.: „Misfit-Modell” (1978). (o.J.). Stressratgeber. Gefunden am 22. September 2016 unter http://www.stress-ratgeber.de/definition/stresstheorien/harrison

Selye, H: „Allgemeines Adaptionssyndrom” (1936). (o.J.). Stressratgeber. Gefunden am 30. September 2016 unter http://www.stress-ratgeber.de/definition/stresstheorien/selye

Strategien zur Stressbewältigung. (2012). Burnout-Info.Gefunden am 30. September 2016 unter http://www.burnout-info.ch/burnout_therapie_stressbewaeltigung.htm