Work-Life-Balance

Return on Investment eines BGM‘s

Jens Grossenbacher

Abstract  [Bearbeiten]

Diese Arbeit befasst sich mit dem Begriff des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Es wird aufgezeigt, dass BGM auf eine Vielzahl von Unternehmensbereichen Einfluss nehmen kann und dadurch quantitativ wie auch qualitativ messbare Verbesserung in Bezug auf die ArbeitnehmerGesundheit mit sich bringt. Dies wird insbesondere dadurch deutlich, da wissenschaftliche Studien gezeigt haben, dass BGM-Konzepte die Fehlzeiten eines Unternehmens durchschnittlich um 26% reduzieren. 

Einleitung [Bearbeiten]

In dieser Kurzarbeit soll der Begriff des Betrieblichen Gesundheitsmanagements  (BGM) erläutert und aufgearbeitet werden. In einem ersten Teil geht es vor allem um die Definition des Begriffs, mögliche Beispiele und die geschichtliche Entwicklung des BGM’s. 

In einem zweiten Teil wird untersucht, inwiefern die Einführung eines BGM‘s in einem Unternehmen auch einen finanziellen Erfolg (also einen Return on Investment) herbeiführen kann. 

Abschliessend folgt eine kurze Zusammenfassung sowie eine Empfehlung an Unternehmen, ob und wie ein BGM eingeführt werden soll. 

Hauptteil    [Bearbeiten]

Gegenstand und Definition des Begriffs BGM

Unter dem Begriff des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) versteht man die systematische und nachhaltige Schaffung sowie Gestaltung von gesundheitsförderlichen Strukturen und Prozessen in einem Unternehmen. Auch die Befähigung der Organisationsmitglieder zu einem gesundheitsbewussten Verhalten ist Teil dieses Konzepts. (BAD GmbH, ohne Datum)

Das BGM-Konzept befasst sich zum einen mit der Frage, was uns Menschen (privat sowie bei der Arbeit) krank macht. Zum anderen, und diese Frage scheint noch viel wichtiger, stellen sich die BGM-Verantwortlichen die Frage: „Was hält uns eigentlich gesund?“.  Diese Fragen zu beantworten und entsprechende Programme und Massnahmen einzuführen, ist die Hauptaufgabe der BGM-Verantwortlichen eines jeden Unternehmens. (BAD GmbH, ohne Datum)

Um solche Massnahmen und Programme erfolgreich umzusetzen, müssen zuerst gewisse Rahmenbedingungen sowie Strukturen und Prozesse in einem Unternehmen geschaffen werden (z.B. in einem Leitbild). Das Betriebliche Gesundheitsmanagement kann deshalb als strategische Managementaufgabe angesehen werden, die schlussendlich ganz oben in einem Unternehmen (also in der Geschäftsleitung) angesiedelt werden muss. (BAD GmbH, ohne Datum)

Ganzheitliche BGM-Konzepte tangieren insbesondere die folgenden Bereiche eines Unternehmens:

  • Arbeitsorganisation (z.B. Mitarbeiterbeteiligung an den BGM-Programmen)
  • Arbeitszeitgestaltung (z.B. Arbeitszeitflexibilität oder gesundheitsschonende Schichtmodelle)
  • Personalmanagement (z.B. Entwicklung von Fachkarieren oder Ermöglichung von Rotationskonzepten)
  • Führung & Unternehmenskultur (z.B. Schulung von Führungskräften zum Thema „Gesunde Führung“)
  • Betriebsklima (z.B. Teamentwicklung oder Teamsitzungen)
  • Gesundheitsförderung (z.B. Gesundheitschecks, Anti-Stress-Training, Betriebssport, gesundes Kantine-Essen)
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz (z.B. Vorsorgeuntersuchungen, Beschaffung von geeigneten Arbeitsmitteln, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung) 
  • Individuelle Unterstützungsprozesse (z.B. Sozialdienst oder Suchtberatung) 

(Unfallkasse des Bundes, ohne Datum)

Entstehung und Geschichte des Begriffs BGM 

Auf Grund neuer Herausforderungen und immer schneller ablaufenden Veränderungsprozessen auf dem Arbeitsmarkt hat der Begriff BGM vor allem in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. BGM-Konzepte stellen die geeigneten Mittel zur Verfügung, um diesen Herausforderungen und Veränderungen entsprechend zu begegnen und die Gesundheit der Mitarbeitenden zu bewahren. 

Die eigentliche Geschichte der betrieblichen Gesundheitsförderung hat eine fast 100-jährige Tradition. Trotzdem wird die Ottawa-Charta von 1986, die damals von der WHO veröffentlicht wurde, als Grundstein für die heutigen, modernen Ansätze des BGM angesehen. (Fitogram, ohne Datum) 

Auf europäischer Ebene gilt insbesondere die Luxemburger Deklaration im Jahre 1997 als Basis für die heutigen Formen von BGM in Unternehmen. Diese Luxemburger Deklaration beinhaltet beispielsweise Grundsätze zur Gestaltung der Arbeitsorganisation, generelle Gesundheitsziele sowie die Einbeziehung der Beschäftigten in Gesundheitsfragen. 

Return on Investment (ROI) eines BGM’s

Obige Einführung zum Thema BGM macht schnell deutlich, dass betriebliches Gesundheitsmanagement zwar enormes Potenzial besitzt, um die Gesundheit der Arbeitnehmer zu schützen, aber die entsprechenden Massnahmen und Programme natürlich nicht ohne ein finanzielles Investment realisierbar sind. Jede Geschäftsleitung wird sich daher auch die Fragen stellen: Lohnt sich ein solches Investment überhaupt? Welche finanziellen Vorteile ergeben sich aus der Umsetzung solcher BGM-Konzepte? Welches Kosten-Nutzen-Verhältnis entsteht dadurch? 

Zur Beantwortung dieser Fragen müssen einerseits quantitative Faktoren (Fehlzeiten, Fluktuation), die leichter messbar sind, wie auch qualitative Faktoren (z.B. Attraktivität des Unternehmens, individuelle höhere Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmenden, motiviertere Teams)  berücksichtigt werden. (BGM-Manufaktur, ohne Datum)

Hinsichtlich der quantitativen Faktoren sind vor allem Absenz-Kennzahlen sowie Fluktuationsraten massgebend. Wissenschaftliche Studien belegen, dass wirkungsvolle BGM-Konzept auf diese Kennzahlen folgenden Einfluss haben können:

-          Absenzen: Krankheitskosten und krankheitsbedingte Fehlzeiten können mittels BGM um durchschnittlich etwa 26% gesenkt werden.

-          Fluktuationsrate: BGM-Massnahmen steigern die Bindung der Arbeitnehmenden an ihren Betrieb. Rund 60% der Mitarbeitenden erachten betriebliche Gesundheitsförderung als einen wichtigen Grund, den Arbeitgeber nicht zu verlassen. 

(BGM-AG, ohne Datum) 

Die Hochschule Luzern veröffentlichte in diesem Zusammenhang einen Arbeitsbericht, in dem der betriebswirtschaftliche finanzielle Nutzen von BGM für verschiedene Firmen wie folgt zusammengefasst wurde (Suva, ohne Datum):

Firma

Kosten / Nutzen - Verhältnis

Verpackungs-Industrie (CH)

1 : 5.5

Chemie (D)

1 : 2.75

Regionale Bank (CH)

1 : 1.3

Gemeinde-Verwaltung (CH)

1 : 1.95

Krankenhaus (A)

1 : 1.41

Krankenhaus (A)

1 : 1

Durchschnitt:

1 : 3

 

Oben stehende Übersicht macht deutlich, dass rein durch die Bemessung der quantitativen Kennzahlen, der finanzielle Return eines BGM immer mindestens dem Investment entspricht. Wenn dann noch die qualitativen Faktoren wie Mitarbeiter-Zufriedenheit, Motivation, individuelle Leistungssteigerungen und die daraus resultierende Produktivitätszunahme berücksichtigt werden, ist die Implementierung eines BGM-Konzepts unumgänglich für Firmen, die eine nachhaltige Strategie verfolgen. 

Die Empfehlung an Unternehmen kann daher nur lauten, sich mit dieser Thematik vertraut zu machen und entsprechende Massnahmen, den Mitarbeitenden aber auch dem Unternehmenserfolg zuliebe, umzusetzen. Falls den Unternehmen (vor allem KMU’s) Fachstellen in ihrer Organisation fehlen, die mit dem entsprechendem Know How ausgestattet sind und eine BGM-Implementierung vorantreiben können, gibt es heute viele Drittanbieter auf dem Markt, die in diesem Bereich ihre Services anbieten. 

Kontextualisierung des Begriffs BGM

Mir als Schreiber dieser Kurzarbeit ist der Begriff BGM bereits bekannt, da in dem Unternehmen, in dem ich tätig bin, schon seit längerer Zeit Aktionen durchgeführt werden, die dem Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements anzusiedeln sind. So gibt es beispielsweise Vorträge zu Themen wie Stress, Burnout oder Ernährung. Zudem werden diverse Vergünstigungen für gesundheitsfördernde Aktivitäten (z.B. Fitness-Abo) angeboten. 

Mir fällt dabei vor allem auf, dass diese Massnahmen zwar auf jeden Fall gewinnbringend sind, jedoch die fortschreitende Digitalisierung innerhalb solcher BGM-Konzepte im Moment kaum berücksichtigt wird. BGM sollte sich nicht zuletzt auch auf Online-Plattformen und Apps abspielen und so eine noch positivere Wirkung auf die Gesundheit jedes Mitarbeitenden Einfluss nehmen. 

 

Literaturverzeichnis

Unfallkasse des Bundes. (Ohne Datum). Massnahmenmatrix BGM. Gefunden am 14.09.2016 unter http://www.uk href="http://www.uk-bund.de/downloads/Fachinfornationen%20AP/090120_Ma%C3%9Fnahmenmatrix_BGM.pdf">-

bund.de/downloads/Fachinfornationen%20AP/090120_Ma%C3%9Fnahmenmatrix_BGM.pdf 

BAD GmbH. (Ohne Datum). Was ist Betriebliches Gesundheitsmanagement?. Gefunden am

14.09.2016 unter  http://www.bgm.info/was_ist_bgm.html

Fitogram. (Ohne Datum). Was ist BGM (BGF)?. Gefunden am 14.09.2016 unter https://www.fitogram.ch/guide/betriebliches href="https://www.fitogram.ch/guide/betriebliches-gesundheitsmanagement">-gesundheitsmanagement 

BGM-Manufaktur. (Ohne Datum). Kosten-Nutzen: ROI im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM). Gefunden am 14.09.2016 unter http://www.bgm href="http://www.bgm-manufaktur.de/roi-von-betrieblichen-gesundheits-massnahmen/">-manufaktur.de/roi-von-betrieblichengesundheits-massnahmen/ 

BGM-AG. (Ohne Datum). BGM-Was bringt’s. Gefunden am 14.09.2016 unter http://www.bgm href="http://www.bgm-ag.ch/praxis/bgm-was-bringts.html">ag.ch/praxis/bgm-was-bringts.html

Suva. (Ohne Datum). BGM Wirkung auf Absenzen und Nutzen für die Prävention. Gefunden am

14.09.2016 unter

http://www.suva.ch/1_bgm_wirkung_auf_absenzen_und_nutzen_fuer_die_praevention.pdf